Mehr Sicherheit soll angeblich durch die Geschwindigkeitsbegrenzung, die der Bürgermeister jetzt auf der Landstraße zwischen Büdingen und Rinderbügen (L3010) anordnete erreicht werden. Dabei zeigen frühere Unfälle, dass die Strecke für Radfahrer weiterhin lebensgefährlich bleibt. Die CDU Büdingen fordert, dass der seit langem geforderte Radweg endlich umgesetzt wird.

Benjamin Harris, Bürgermeisterkandidat der CDU ist beruflich viel in der Region unterwegs. „Auf der Landstraße zwischen Büdingen und Rinderbügen kann es durchaus zu gefährlichen Situationen kommen“, räumt er ein. Das gelte allerdings auch für eine ganze Reihe anderer Straßen im östlichen Wetteraukreis und dem angrenzenden Main-Kinzig-Kreis.

In den letzten Jahren war es auf der L3010 zu mehreren tödlichen Verkehrsunfällen gekommen. Harris begrüßt, dass HessenMobil jetzt mit der Sanierung und Verbreiterung der L3010 einige Gefahrenstellen wie die Bodenwelle in der Kurvenkombination an den Angelteichen beseitigt hat. Dort hatte vor sechs Jahren eine junge Autofahrerin die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren und bei dem anschließenden Zusammenstoß mit einem SUV tödlich verletzt worden.

„Jeder Mensch, der im Straßenverkehr getötet wird, ist einer zu viel“, mahnt Harris. Eine sorgfältige Analyse zeige jedoch, dass eine generelle Geschwindigkeitsbeschränkung gerade auf der L3010 das Problem nicht löst. Er betont, „die Unfälle der letzten Jahre hatten unterschiedlichste Ursachen.“ Selbst der amtierende Bürgermeister führe im Gespräch mit dem Kreis-Anzeiger die verschiedenen Gefahren, die typisch für Straßen durch Waldgebiete sind, an.

„Die für eine Straße zulässige Höchstgeschwindigkeit nennt das Tempo, das auf diesem Streckenabschnitt unter optimalen Bedingungen erlaubt ist“, erinnert Harris an die Straßenverkehrsordnung. „Jeder Fahrschüler lernt, dass er bei ungünstigeren Bedingungen wie sie der Bürgermeister aufzählt, schlechten Sichtverhältnissen, Nässe, Wildwechsel seine Geschwindigkeit anpassen muss.“ Auch wenn es zynisch klinge weise die Straßenbehörde zu Recht darauf hin, dass ein Tempolimit keinen alkoholisierten Autofahrer davon abhalte, gegen einen Baum zu fahren. „Ich befürchte im Gegenteil, dass eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 80 km/h manche Autofahrer glauben lässt, dieses Tempo sei jederzeit auf dieser Strecke möglich.“

Gerade ein Blick auf einzelne Unfälle auf der L3010 zeigt jedoch, dass dies ein Irrglaube ist. Wenn ein Reh in der Dämmerung oder nachts plötzlich vor das Auto springt, können selbst 80 km/h zu schnell sein. Dass die Straße weiterhin wegen des fehlenden Radwegs lebensgefährlich sein könne, räumt auch der amtierende Bürgermeister ein.

„An dieser Lebensgefahr für Radfahrer ändert auch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h nichts“, mahnt Harris. „Immer wieder beobachte ich auf der Strecke gefährliche Situationen, wenn Autofahrer sich trotz Gegenverkehr an Radfahrern vorbei quetschen.“ Deshalb fordert die CDU, dass endlich ein Radweg zwischen Büdingen und Rinderbügen, wie ihn die Stadtverordneten schon lange beschlossen haben, umgesetzt wird. „Die CDU kann nicht nachvollziehen, warum der Bürgermeister sich in den letzten Jahren nicht mit dem gleichen Engagement für diesen Radweg eingesetzt hat, wie für den Weg von Eckartshausen nach Hammersbach“, wundert sich Harris. „Tempo 80 auf der Landstraße nach Rinderbügen bringt nicht die nötige Sicherheit für Radfahrer, sondern ist Aktionismus im Zeichen des Bürgermeisterwahlkampfes.“

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